Einzelne Mitglieder der Piraten ≠ Piratenpartei

Ich muss sagen, ich bin genervt.
Genervt von all den Leuten, vor allem bei Twitter, die anscheinend der Meinung sind, dass jedes x-beliebige Mitglied (oder auch jeder Sympathisant) mit seinen Aussagen die Piratenpartei vertritt.
Wenn ein SPD Mitglied eine Aussage tätigt, auch wenn es dabei seine Partei verteidigt, dann wird seine Aussage als die eines Menschen betrachtet.
Wenn ein Mitglied der Piratenpartei eine Aussage tätigt wird das auf Twitter / in Blogs fast so gewichtet als würde ein CDU MdB diese Aussage tätigen.
Heraus kommt dann „Die Partei kann nicht mit realistischer Kritik umgehen“ o.ä.
Oh, Entschuldigung, wir werden sofort in die Satzung aufnehmen das alle Mitglieder die nicht super kritikfähig sind aus der Partei geschmissen werden.
Leute, bitte redet nicht von ernsthafter Kritik, wenn ihr dann so einen Unfug verzapft.

Ich stelle mich gerne jeder Diskussion, es mag auch sein, dass ich euch recht gebe, aber bitte wirkt nicht wie die letzten Heuchler, das bringt niemanden weiter.

Nachtrag
Ein kurzes Twitter Gespräch mit einem SPDler dazu:

danielbaer: @cwagner Zzt macht es aber den Eindruck, als sei jedes Parteimitglied irgendwie relevant – @piratenpartei gibt sich sehr basisdemokratisch.

cwagner: @danielbaer Auch jeder Gegner kann mitarbeiten. Dessen Meinung deshalb auch #Piratenpartei Meinung?

Und nur der Vollständigkeit halber:

danielbaer: @cwagner Ich glaube, WIR sind uns da einig.

Nachtrag Ende

PS: Allgemeine Sache hier, kein Bodo Bezug.

  1. Worum geht es hier jetzt konkret? Ich meine, wer weiß denn genau wer Piraten Mitglied ist und wer nicht? Also wie kann man einen Kommentar oder eine Meinung einen Mitglied zuordnen? (außer er ist sehr bekannt)

    Ich glaube ich habe das jetzt nicht ganz verstanden, sorry.

    Lieben Gruß
    sven

  2. Willkommen in der beschissenen Welt der Politik.
    Und ja – wenn ein Mitglied einer Partei Müll von sich gibt und ein Mitglied einer anderen Partei das mitbekommt, dann wird das genüßlich ausgeschlachtet, als „Parteienmeinung“. Alle CDUler wollen die Netzsperren & Atomkraftwerke an jeder Ecke. Alle FDPler sind Israelhasser und täuschen Spenden vor. Die Liste läßt sich beliebig verlängern. Politik ist ein Scheißgeschäft, ich habs mal getestet und war geschockt davon, wieviele „liebe nette Leute“ da über Leichen gehen. Und hab mich schnell wieder verabschiedet.

  3. Ich stimme dir zu, dass nicht jeder Tweet aller Mitglieder und Freunde auf die Goldwaage gelegt werden sollte. Doch die Frage ist ob „wir“ es anders machen würden, wenn z.B. ein CDU-Mitglied irgendwas besonders dämliches schreiben würde. Außerdem gehört diese Beobachtung halt auch dazu, wenn eine Partei etwas bekannter wird. Vielleicht sollte man sich – auch wenn es evtl. nervt – als Pirat eben überlegen, was man in die Netz-Welt hinausposaunt. Man muss ja nicht zwingend Angriffsflächen bieten.

  4. Hallo Sven. Bitte nimm den Kommentar von Daniela als indirekte Antwort;)

    Und ich möchte anmerken, dass ich in die andere Richtung PP-Sympathisant über (andere-Partei)-Sympathisant genauso darauf hinweisen würde, dass das falsch ist.

    • Jan
    • 5. Juli 2009

    Es geht hier ganz einfach darum, dass manche Aussagen von irgendwelchen Piratenmitgliedern gleich als „Meinung“ bzw. Ansicht der Piratenpartei an sich darstellen, d.h. sozusagen als offizielle „Bekanntgabe“.

    Und das ist natürlich Quatsch, ist es ja auch bei anderen Parteien.

    • Jan
    • 5. Juli 2009

    Sorry, die Kommentare waren noch nicht geupdatet worden bei mir, hab nur den ersten gesehen. ;)

    • Carlsson
    • 5. Juli 2009

    Wollte auch gerade anmerken, dass in den meisten Situationen bei Menschen deren Parteimitgliedschaft bekannt ist, dann pauschalisiert wird. Habe schon öfter gehört „Brauchst dich ja nicht wundern, wenn ein Sozi sowas sagt“ oder „Was willste von einem CDUler denn anderes erwarten“. Da wird auch immer auf die Partei zurückgeschlossen, aber so ist es halt und die parteiinterne Kommunikation ist halt bei den Piraten ziemlich offen, so dass sie sehr angreifbar sind. Aber macht weiter, auch wenn ich nur in der Hälfte mit den Piraten konform gehe, erachte ich die Sache als sehr wichtig, auch wenn am Ende nur bei rumkommt, dass sich FDP und SPD ihrer eigenen Vernachlässigung/ gelebten Ignoranz des Themas widmen. Auf die CDU/CSU zähl ich da schon nicht mehr.

    • bloodymedia
    • 5. Juli 2009

    Ja lieber Christoph, das war zu erwarten, dass der Gegenwind stärker wird, sobald die PP ihre bisher eher geschützte „Freak-Ecke“ verlässt.
    Ab jetzt wird es gnadenlose Kämpfe geben und gnadenlose Gegner, man wird sich von Leuten aus den eigenen Reihen distanzieren müssen, um Ziele zu erreichen, Abwägungen und Opportunismus werden gegen Meinungsfreiheit und Toleranz stehen, dabei werden Köpfe rollen, sich Wähler und Mitglieder enttäuscht abwenden und andere um so enger zusammenrücken. All das steht jetzt bevor, wird die PP stärken oder umbringen. Viele Parteien haben verurteilte Verbrecher und unbequeme Persönlichkeiten in ihren Reihen, haben Leute mit guten Ideen im Regen stehen lassen und stromlinienförmige Politikdarsteller an die Spitze gelangen lassen. Meine Hoffnung ist, dass sich die PP gegen diesen Determinismus noch eine Weile wehren kann. Und ich bewundere alle, die die Nerven haben, dagegen zu bestehen und auch im Sturm aufrecht zu bleiben und nicht zu verzweifeln. Ich könnte es nicht.

  5. Also ich finde diesen aktuellen Twittertrend, den Piraten „Nazis“ hinterherzurufen, echt bedenklich. Natürlich steht ein Mitglied einer Partei auch für alle anderen Mitglieder, da ist die öffentliche Wahrnehmung bei anderen Parteien nicht anders.

    In einer repräsentativen Demokratie, in der wir Parteien wählen, geht das doch gar nicht anders.

    Die Schuld jetzt auf diejenigen zu schieben, die sich von diesen – ich nenne das jetzt mal – Gerüchten anstecken lassen, ist etwas kurzsichtig.

    Gerade deswegen muss die PP jetzt öffentlich dazu Stellung beziehen, um Schaden von der Partei abzuwenden.

    Trotzdem ist jedeR einzelneR gefragt, auch(!) Tweets kritisch zu hinterfragen und mit schnellen Verurteilungen vorsichtig zu sein.

    Grüße
    @freakkaerf

  6. @Carlsson: Mit einer Verallgemeinerung von Partei auf Mitglieder (1:M) habe ich kein Problem. Das ist zu erwarten und verständlich, man ist ja beigetreten, also macht man sich zu einem gewissen Grad das Programm / die Aussagen zu eigen.
    Die andere Richtung ist das Problem (M:1).

    @bloodymedia: Ja natürlich habe ich damit gerechnet. Aber ich bin ein Fan einer gepflegten Streitkultur und habe mich deshalb ja auch über Unter den Linden aufgeregt.
    Kritik, Streit, alles gerne. Aber bitte nicht wundern wenn man von mir und anderen als lächerlich/whatever dargestellt wird wenn man Polemik oder falsche Tatsachen als Aussage nimmt. (Ja, das mag nicht nett sein, aber ich habe auch nie behauptet nett oder freundlich zu sein. Lediglich i.A. höflich.)
    Zu der Sache mit der Parteistruktur der Piraten habe ich oben einen kurzen Tweetstream angehängt.

    @freakkaerf: Ich habe dies ausdrücklich nicht auf Bodo bezogen.
    Ich muss mir da erst über einiges klar werden und wohl auch diskutieren bis ich dazu eine wirklich öffentliche Aussage macht.

  7. @cwagner jo hab ich gelesen, ich erlaube mir das trotzdem darauf zu beziehen.

  8. Ich sehe es da anders, aber das lassen wir das bis / falls ich mich dazu äußere.
    Und cool, wusste nicht, dass mein Theme Threaded Comments unterstützt;)

    • bloodymedia
    • 6. Juli 2009

    Ach ja, genau, Unter den Linden: Aufgeregt habe ich mich auch und ich wäre am liebsten dazwischen gesprungen. Dann ist mir aber aufgefallen, wie deutlich die Kombination aus Rhetorik und Taktik jegliche fachliche Kompetenz in Grund und Boden rammen kann. Jemand wie Olaf Scholz hat schon „aus Prinzip“ recht, besonders, wenn da so ein junger IT-Freak mit „seltsamen“ Ansichten von Welt und Politik auftaucht. Oder denk mal an die Nummer in Hamburg mit vdL, „die Piratenpartei lehne ich ab“. Von gepfleger Streitkultur bleibt da nicht viel übrig.
    Also, ich schließe mich deiner Meinung völlig an, das ist klar. Und ich hoffe auch, dass die PP etwas gepflegte Streitkultur und (Wunschtraum) Fairness in die „große“ Politik bringen kann. Nur wird man niemandem beibringen können fair mit der PP umzugehen.

  9. Ehrlich gesagt, lieber ablehnen als so zu reagieren wie ich reagieren würde wenn ich mit vdL reden müsste.
    Diese Person ist sowas von abartig, ekelhaft, mit sowas rede Ich nicht.
    Meine Meinung zu dieser Person könnte zudem strafrechtlich relevant sein.

    Und Streitkultur brauchen auch einige Mitglieder der Piraten;)

  10. @cwagner: Ich glaube, das ist dann wahrscheinlich eine Grundsatzdiskussion, also die nummer mit M:1 und 1:M…

    a) Ich gehöre nachdem ich davon Wind bekommen habe auch zu den Kritikern.
    b) Ich habe als SPD-Mitglied bei der Europawahl den Piraten meine Stimme gegeben – ich würde dies für die Bundestagswahl überprüfen wollen (hatte aber zumindest selbst so einen Wisch an den Landesverband NRW geschickt, damit die Piraten überhaupt antreten dürfen/sollen).
    c) Sehe ich es so und denke, dass es vielen so geht (dabei meine ich nicht diejenigen, die diese Scharte jetzt parteitaktisch auswetzen): Und dabei denkt eben jeder für sich und nicht vom großen Ganzen… Wenn ich selbst (und nehmen wir für den vorliegenden Fall selbst = die Partei an). Wenn ich also selbst für etwas eintrete, und ein anderes Mitglied der Gruppe aber eine ganz andere Meinung hat, die sich mit dem nicht vereinbaren lässt, was wir uns sprichwörtlich und bei den Piraten dann auch buchstäblich auf die Fahnen schreibe, dann passt das nicht zusammen. Das geht übrigens anderen Parteien genauso. Als Kurt Beck als Parteivorsitzender einer Partei für Arbeit, Soziales und Gerechtigkeit jemanden gängelt, weil der ihm zu ungepflegt? ist, dann wirkt das ziemlich unsozial.

    Man kann schlecht nach Dogmen leben und immer das richtige tun. Aber wenn man sich selbst (als Partei) positioniert, dann wird man auch dazu Stellung nehmen müssen, wenn einzelne Mitglieder die Position der Partei (in ihrer persönlichen Meinung) unterlaufen.

    Eine naive Vorstellung wäre, dass man das als Partei indirekt gutheißt. Deshalb ist der Schluss trotzdem falsch, es zu verallgemeinern. Wenn aber das Kind in den Brunnen gefallen ist, kann man von denjenigen, die weise genug sind, „trotzdem“ eine Stellungnahme erwarten. Und es kann dann darüber gestritten werden, ob das einen Parteiausschluss rechtfertig. Ich behaupte aber, wenn die Meinung zu sehr mit den Idealen der Piraten kollidiert, wird das von vielen Leuten nicht gutgeheißen werden. Jetzt mögen einige sagen: Drauf geschissen. Doch gehört auch das für mich dazu, sich mit der Meinung anderer Leute auseinanderzusetzen und den öffentlichen Diskurs anzunehmen und nicht abzutun. Man kann gerade auch in solchen Situationen zeigen, dass man mehr ist als eine Spaßpartei, aber nicht, indem die Kritiker direkt gegeißelt werden.

  11. Okay, zum ersten Teil:
    Wählen bedeutet auf keinen Fall das man sich irgendwelche Parteiprinzipien oder Aussagen zu eigen macht. Mitgliedschaft meiner Meinung nach schon.

    Zum zweiten Teil: Das klingt so nach Bodo… naja, ich nehme mal an, dass dies nicht der Fall ist:
    Ausschließen ist afaik ohne weiteres nicht möglich, siehe § 6 der Satzung:

    (1) Verstößt ein Pirat gegen die Satzung oder gegen Grundsätze oder Ordnung der Piratenpartei Deutschland und fügt ihr damit Schaden zu, so können folgende Ordnungsmaßnahmen verhängt werden: Verwarnung, Verweis, Enthebung von einem Parteiamt, Aberkennung der Fähigkeit ein Parteiamt zu bekleiden, Ausschluss aus der Piratenpartei Deutschland.

    bleibt also eine Verwarnung oder wie auch immer das im Amtsdeutsch heißt.
    Aber das macht für private Sachen keinen Sinn. Stell dir vor ein SPD Mitglied verprügelt einen CDUler weil dieser gesagt Obdachlose haben es nicht besser verdient. Ist das auf irgendeine Art und Weise Sache der Partei? Eine, eventuell politisch motivierte Straftat, natürlich, aber doch nichts was mit der Partei zu tun hat.

    Wenn jetzt ein Pirat nicht mir Kritik umgehen kann, dann.. ja dann ist das halt so. Wenn ich das mitkriege würde ich wohl mein Missfallen ausdrücken, von Mitglied zu Mitglied. Aber ich sehe da keinesfalls die Partei in der Pflicht.

    Falls du es doch auf Bodo bezogen hast habe ich gerade meinen leicht inkohärenten Text umsonst geschrieben und verweise auf meine Antwort zu freakkaerf.

    • bloodymedia
    • 6. Juli 2009

    Ja, auch da stimme ich dir zu. Aber ich überlege auch, warum das so ist, da auch meine Äußerungen strafrechtlich relevant wären. Ich denke, das hat etwas mit Enthusiasmus zu tun – damit, dass man diese Angriffe persönlich nimmt und die eigene Sache, die man für die große Sache hält, sehr wichtig nimmt.

    Genau das macht ja so angreifbar. Jemand wie Rupert Scholz (nicht Olaf ;-) scheint da längst drüber rausgewachsen zu sein.
    Da muss ich auch sagen, obwohl ich denke, dass Dirk bei dieser Diskussion der falsche Mann war, hat er sich tapfer geschlagen und ist sehr sachlich geblieben.

    Und letztendlich, wenn in der Politik jeder sagt „mit dem rede ich nicht“, dann wird nicht mehr geredet. Also gilt es, auch mit den unmöglichsten Leuten ins Gespräch zu kommen.
    Ganz interessant in dem Zusammenhang finde ich auch Alvars Gesprächsabsage an die SPD:
    http://ak-zensur.de/2009/06/zensur-beschlossen-brief.html
    und die Antwort von Herrn Dörmann. Er nimmt das eindeutig nicht persönlich und sagt indirekt „Du kannst mich gerne Sch… finden, ich spreche trotzdem mit dir“….

  12. Nun ob Bodo oder wer immer… da sehe ich durchaus bei mir andere Prämissen. Ich würde auch als Partei schauen, was der einzelne macht. Ich blogge ja selbst und habe auch ein Blog, in dem Leute mitschreiben und auch mitgeschrieben haben.

    Es gab seinerzeit einen Fall, da hat einer meiner Mitschreiber gegen die AGB einer Firma verstoßen: er selbst meinte – die anderen machen es doch auch, und wenn die’s nicht merken. Daraufhin wollte ich mit ihm diskutieren. Das klappte aber nicht so gut, weil sein Unrechtsbewusstsein in dieser Sache nicht vorhanden war. Weil ich aber selbst auch moralische und ethische Grundsätze habe, bzw. auch denke, dass es etwas mit einem Image zu tun hat, bzw. ein Vorbild, das man vielleicht abgeben möchte – habe ich seine Mitarbeit aufgekündigt. Ich erlebe gerade jetzt, dass derselbe z. B. auch als Kritiker der Piratenpartei auftritt, bzw. Links twittert, die etwas zum Fall Bodo beitragen. Ich selbst bewerte das so: Er kann’s tun, aber ich würde ihn nicht ernst nehmen, weil er sich mir gegenüber nicht als moralischer Mensch gezeigt hat.

    Ich hoffe aus dem Beispiel wird ein wenig deutlich, dass ich nicht so strikt zwischen dem Einzelnen und der Gruppe trenne. Aber ich gebe auch zu, dass diese Sicht der Dinge sehr problembehaftet sein kann, weil man sehr schnell irgendwelche Einwände haben kann. Nur ich denke, dass viele so vorgehen und deshalb das Image der Piraten durch die aktuelle Kritik in Misskredit gezogen wird. Ganz gleich was am Ende dabei heraus kommt.

  13. Das finde ich übrigens interessant. Ich habe vor einigen Monaten mal im Rahmen einer Emailkommunikation mit einer Gruppe darauf hingewiesen, dass ich den Ton der Diskussion nicht mittragen möchte, weil es doch anders geht und sich die Worte nicht rechtfertigen lassen (außer mit Emotionen). Ich zog den Kürzeren, weil man mir klipp und klar formulierte: Darüber wird nicht diskutiert. Die Gruppe hatte also entschieden, dass die Diskussions-Musik so einen Ton tragen dürfte und „müsste“.

    Enthusiasmus ist in Ordnung, aber bei manchen kochen die Emotionen zu sehr hoch. Das würde ich nicht befürworten. Man kann gerne auch mal auf den Tisch hauen, aber das kann man auch auf eine Art und Weise tun, ohne strafrechtlich relevant zu werden. Oder meint ihr, dass das nicht möglich ist? Wenn ja, warum nicht?

  14. @bloodymedia:
    Mit Enthusiasmus?
    Sagen wir es mal so, das freundlichste was ich ihr zutraue wäre, das sie versucht Zensur einzuführen und dabei billigend in Kauf nimmt das Verbreiter von gewissen Materialen geschützt werden.
    Das hat nichts mit persönlich werden zu tun.
    Ich halte mich für einen recht toleranten Menschen. Aber auch ich habe Grenzen.
    Die Frau ist meiner Meinung nach schwerst kriminell.

    Und zu Gesprächen bereit sein ist eine super Label das man sich geben kann. Ich kann dir auch zuhören und dich danach, egal was du sagst, einfach ignorieren.
    Das mag schön aussehen, ist es aber nicht.

    Mit Dörmann würde ich allerdings auch potentiell reden (zu dem Zeitpunkt (ak-zensur) hätte allerdings auch ich mich geweigert) da ich ihn eigentlich für weder total verblödet noch derart ekelhaft wie vdL halte. Lediglich fehlgeleitet und überzeugt davon.

    @Alexander Trust
    Stimme ich dir voll und ganz zu.
    Die (vermutete) strafrechtliche Relevanz meiner Meinung bezieht sich allerdings nicht auf emotionale Aussagen, sondern auf meine Einschätzung der Lage und Vergleich die ich darauf basierend ziehen würde.

    • bloodymedia
    • 6. Juli 2009

    Erster Gedanke dazu: Weil denjenigen, die den Ton vorgeben, deine Emotionen meistens egal sind. So nach dem Motto: Wenn er das nicht aushält kann er ja gehen.

    Wenn ich mir so manche Debatte im BT anschaue denke ich oft: Spätestens jetzt wäre für mich der Zeitpunkt, den Saal zu verlassen und nicht mehr zurück zu kommen. Aber die meisten Angegriffenen lächeln das einfach weg. Ich denke, viele sind kaum noch persönlich angreifbar. Und vielleicht ist das die Voraussetzung, um im politischen Umfeld bestehen zu können.

    • bloodymedia
    • 6. Juli 2009

    #18 ging an Alexander.

    @Christoph: ich glaube nicht, dass da bei vdL Enthusiasmus dahiter steht. Die von dir genannten Motive sind wahrscheinlicher. Der Enthusiasmus liegt da eher auf deiner Seite, und das macht dich natürlich angreifbar. Mich übrigens auch, genauso wie viele andere, die noch nicht abgestumpft sind.

  15. Ich habe das schon richtig verstanden. Und ich sehe da bei mir keinen Enthusiasmus oder übermäßige Emotionalität.

  16. Nun, ich hätte in deine Fall vermutlich ähnlich gehandelt.
    Sehe das gleichzeitig aber auch nicht vergleichbar an.

    Nur ein Beispiel, wir haben einen Piraten, nennen wir ihn X.
    X hat was doll dummes getan. Also so richtig, richtig schlimm. Aber legal.
    Jens (unser Vorsitzender) schmeißt ihn raus.
    Das würde a) die Satzung brechen, wäre damit nicht gültig, Jens würde seinen Vorstandsposten verlieren. Für b) nehmen wir an es gibt Piraten A-F die X’s Tat nicht schlimm fanden. Zumindest auf die, sehr wahrscheinlich auch auf viele die das ganze emotionslos betrachten, wie eine Art Zensur wirken.
    Und muss ich mir eigentlich Sorgen machen weil ich mich beherrschen musste nicht zu versuchen dies in Prädikatenlogik auszudrücken?;)

  17. @Christoph: Ja, jetzt hab ich verstanden, was du mit strafrechtlich relevant != emotional, ausfallend, etc. meintest.

    @bloodymedia: Ich bin mit Sicherheit nicht für die Politik gemacht, zumindest nicht für den BT oder prinzipiell die erste Reihe, weil ich einerseits nicht abstumpfen möchte und andererseits nicht glaube, dass ich es so schnell könnte, ohne nicht vorher schon derart oft angegriffen worden zu sein, dass es sich in irgendeiner Form negativ auf mich und mein Umeld ausgewirkt hätte. Wer in der Öffentlichkeit steht, so kriegt man das Gefühl, hat entweder ein sehr dickes Fell oder muss sich stets richtig verhalten, damit auch die anderen nicht drunter leiden. Dass Chritoph Daums Kinder in der Schule angefeindet wurden, weil der Papa den 1. FC Köln verlassen hat hatte auch was mit Emotionen zu tun, ist aber nicht zu rechtfertigen.

  18. Hm, von Prädikatenlogik hab ich in meinem Studium auch schon Wind bekommen, aber so war’s mir dann doch lieber.

    Ich sehe ein, dass es „komplizierter“ ist, zu handeln in dem Kontext. Aber das macht eben für manche Leute die Politik auch uninteressant, weil über diese subtile Schiene ganz schnell ganz viele Missverständnisse entstehen können, oder aber es sind reale Sachverhalte, die sich nicht mit dem eigenen Denken vereinbaren lassen. Politik ist quasi dazu verdammt, Kompromisse zu schließen, selbst wenn man von außen betrachtet sagen würde, das dürfte nicht so sein.

    Aber um nochmal auf dieses „die anderen machen es doch auch“ zu kommen. Diese Argumentation finde ich sehr billig und NIE zielführend. Man muss IMMER versuchen, Argumente „für“ die eigene Sache zu finden, finde ich jedenfalls. Und so wie es in der Killerspiel-Diskussion hieß: Ja, aber die Schützen… so haben jetzt auch einige Mitglieder der Piraten auch reflexartig reagiert indem sie schrieben, jede Partei hat irgendwie Dreck am Stecken. Das finde ich falsch. Ich würde mir wünschen, dass zumindest eine Partei in Deutschland genau nicht den Fehler macht, den alle andere begehen. Die anderen sind egal, man argumentiert für die eigene Sache. Das wäre toll.

  19. Wer redet denn von dem unterlassen von einer Handlung? Lediglich davon, dass eine Kurzschlussreaktion nicht möglich ist.
    Abgesehe davon, das sowieso der ganze Vorstand handlungsunfähig wäre wenn er sich täglich mit allen Mitgliedern beschäftigen müsste die nicht kritikfähig sind.

    Und ja, man sollte nicht auf andere zeigen. Aber wenn jemand den x betrifft auf mich zeigt und sagt „Du hast x!!“ Dann sehe ich mich sehr wohl berechtigt die Person darauf hinzuweisen, das dies bei ihr ebenfalls der Fall ist.

    Was Schützen/Killerspiele angeht, sehe ich wieder einen ganz anderen Komplex. Hier ist der Vergleich nicht nur billig sondern meines Erachtens nach auch notwendig.

    Und nun gehe ich endlich schlafen;)

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